Mittwoch, 20. März 2019

[Alt-Rezi] Das Areal I Sean Cregan





Autor: Sean Cregan
Titel: Das Areal
Verlag: Goldmann
Ausgabe: Softcover
Seiten: 384
Übersetzt von Norbert Stobe
Originaltitel: The Levels


Buchinfo
Einige nennen es Heimat, für andere ist es die Hölle auf Erden. Und für manche bedeutet es den sicheren Tod ...

Niemand setzt freiwillig einen Fuß in das »Areal«, Ghetto und Sammelbecken aller Gescheiterten und Ausgestoßenen. Doch genau dorthin muss der Ex-CIA-Agent Nathan Turner gehen, um herauszufinden, warum in den Nachrichten von seiner Ermordung berichtet wird. Und auch die suspendierte Polizistin Kate Friedman macht sich auf den Weg in das Areal, der Quelle der rätselhaften Infektion, die ihr nur noch wenige Tage zu leben lässt. Beide folgen sie der Spur des »Biests«, eines Killers, der nichts mehr zu verlieren hat ... (Quelle: Lesejury) 

Meine Meinung
Was soll ich sagen? Wer meine Rezis liest weiß, dass ich mich tatsächlich durch Bücher durchquäle und nicht einfach angelesen an die Seite lege. Manchmal lohnt es sich, manchmal nicht. In diesem Fall hat es sich mehr als gelohnt.

Ich habe fast 150 wirklich nicht spannende Seiten hinter mich gebracht und fragte mich, wo genau jetzt der Thriller in diesem Buch stecken sollte.
Am Anfang erfährt man viel, sehr viel, über die einzelnen Figuren. Das ist zwar gut um sich direkt zu Beginn ein sehr gutes und weites Bild von den Personen zu machen, aber viel durch das man sich hindurch quälen muss. Zusätzlich dazu gibt es sehr viele Menschen in desem Buch, die irgendwie miteinander zu tun haben. Für mich persönlich insgesamt viel zu viele. Stellenweise wusste ich, dass ich diesen Namen schon gelesen habe, wusste aber jetzt nicht mehr wer mit ihm inwiefern verbandelt war. Ziemlich stressig auf Dauer.

Auch etwas verwirrend fand ich die sehr detailierten Beschreibungen von gewissen Gegenden, Räumen oder Handlungen. Es wurde stellenweise bis ins allerletzte Detail erklärt und beschrieben, was mich oftmals noch viel mehr verwirrte und ich Probleme hatte zu verstehen was genau das jetzt sein sollte oder mir vorzustellen wie es jetzt tatsächlich aussehen sollte. Ich habe es dann einfach hingenommen muss ich gestehen. Lieber kann ich mir den Raum nicht bis ins kleinste Detail vorstellen, als dass ich den Absatz noch zwei Mal lese.

Im großen und ganzen geht es in diesem Buch um zwei Personen, die unabhängig voneinander ihre Geschichten erleben und die das Schicksal am Ende zusammenführt. Ihre Handlungsstränge verlaufen irgendwann ineinander und formen sich zu einer gemeinsamen Geschichte. Bis es soweit kommt, wechseln sich die Sichtweisen immer wieder ab. Das eine Kapitel ist über den Ex-CIA-Agenten Turner und im nächsten Kapitel geht es um die suspendierte Polizistin Kate. Das machte es für mich stellenweise noch etwas schwieriger all dem zu folgen.
Schnell war mir persönlich Turner wesentlich sympathischer und ich wollte nur noch die Geschichte um ihn und Ghost lesen...allerdings kam mir Kate bei jedem zweiten Kapitel dazwischen. Ich hätte Kate einfach nicht gebraucht. Also so gar nicht. Turner und Ghost hätten mir voll und ganz gereicht.

Alles verlief etwas schleppend, bis der Punkt kam, als Kate vom "Biest" entführt wurde. Da war der Moment gekommen, als plötzlich Spannung aufflackerte und mein Interesse geweckt wurde. Seite 162. Danach wurde es für mich wieder etwas sehr zäh und unspannend. Das Buch wurde langsam und ihm fehlte das Feuer, was ich von einem Thriller erwartet hätte. Ab da legte ich auch eine Pause ein und musste mal wieder in etwas anderem lesen.

Danach erfährt man noch viel über das Areal und den "Tower". Ob für Kate ein Heilmittel gefunden wird oder nicht, hatte mich nie sonderlich interessiert. Es war mir egal ob sie überlebt oder stirbt. Anders war es da bei Ghost. Bei allem wo ihr etwas passiert ist und es ihr nicht gut ging habe ich mitgefiebert und so sehr gehofft, dass sie es schafft.

Die endgülige Spannung kommt dann tatsächlich gegen Ende. Das Buch gewinnt an Tempo und die Buchstaben flogen nur so vor meinen Augen. Da ist es zackig, da hat die Geschichte Fahrt aufgenommen und ist fast schon wieder zu schnell vorbei. Es ist alles gut und stellenweise wieder zu detailliert beschrieben - dass es zu schnell vorbei ist lag also nur an meinem Empfinden.  Ich wollte Ghost und Turner einfach noch nicht gehen lassen. Von Kate hätte ich mich dafür gerne schon vor vielen Seiten verabschiedet.

Das Ende war ein anderes als ich es mir erhofft und vorgestellt hätte. Komplett anders. Allerdings verstehe ich sehr gut warum es so ausgegangen ist, hatte beim letzten Absatz tatsächlich einen Kloß im Hals und die letzten zwei Sätze trieben mir die Tränen in die Augen. Nicht weil es sonderlich traurig war, sondern einfach weil ich ein absolut überemotionaler Mensch bin und mir ein ganz anderes Ende erhofft hatte.

Fazit
Kurzum, der Anfang war mir zu lang und zu langatmig, aber Ghost hat mir gut hindurch geholfen. Das Ende hat mich gefesselt, schockiert und zugleich erfreut. Der Mittelteil dazwischen war ok.

Wer einen schnellen Thriller sucht, der die Nervon von der ersten bis zur letzten Seite bis zum äußersten anspannt, ist hier falsch. Wer es lieber etwas ruhiger mag, aber nicht so ganz auf Spannung verzichten will, ist hier richtig. Allerdings solltet ihr mit Blut und Brutalität klar kommen. Davon gibt es hier genug.

1 Kommentar:

  1. Huhu,

    mir geht es wie dir. Ich kaue mich auch durch Bücher, wurde schon überrascht und manchmal bis zur letzteten Seite enttäuscht. ^^ Ich glaube da gehören wir zu einer aussterbenen Art. :) Deine Kritik kann ich nachvollziehen. Gerade bei einem Krimi darf es derartig lange zähe Stellen nicht geben. Aber schön das er sich dann nochmal zusammengerissen hat und doch gut wurde. ^^

    Tintengrüße von der Ruby

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