Dienstag, 28. Juli 2020

Die Sache mit den offenen Bücherschränken - oder: Da sind neue Bücher in meinem Regal

Als ich noch im ambulanten Pflegedienst gearbeitet habe, hatte ich auf einer Tour zufällig einen offenen Bücherschrank entdeckt. Nachdem der an meiner Hochschule platt gemacht wurde, kannte ich keinen mehr. Dort gab es einen offenen Garten mit Kräutern, wo sich jeder aufhalten und bedienen durfte und da gab es dann auch den Bücherschrank - jetzt gibt es beides nicht mehr, aber ein riesiges neues Gebäude der Hochschule.

Bei deisem neu entdeckten kümmert sich sogar eine Organisation, weswegen es keine dreckigen oder kaputten Bücher gibt und regelmäßig aussortiert wird. Zwei Mal die Woche war ich also da, habe etwas hingebracht und manchmal auch mitgenommen. Seit einer Weile arbeite ich da aber nicht mehr und der einfache Weg beträgt 35 Kilometer - nur für Bücher dann doch etwas weit.

An der Hauptfiliale meiner Bank, gibt es auch einen, den ich in der Zwischenzeit genutzt habe. Allerdings viel seltener. Immerhin befindet er sich mitten in der Stadt - parken aussichtslos - und man transportiert nicht mal eben 20+ aussortierte Bücher mit dem Bus plus Fußweg. Somit hat sich mittlerweile eine ganze Kiste angesammelt.

Doch dann kam die Lösung

 

Ich weiß nicht mehr wie ich drauf gestoßen bin, irgendwo muss ich es gelesen haben. Es gibt eine Internetseite, die dem Bücherwurm jeden offenen Bücherschrank anzeigt. Einfach die gewünschte Stadt eingeben und los geht es. Schaut doch mal auf OpenBookCase vorbei und entdeckt neue Lieblingsorte!


Ich habe also noch weitere Schränke in meiner Stadt entdeckt, wovon ich einen direkt gestern aufgesucht habe. Gut zu finden und mit genügend freien Parkplätzen.

Vielleicht habt ihr es schon auf Instagram gesehen.
Ein alter Briefkasten wurde auf der Rückseite geöffnet und so befinden sich viele Fächer mit viel Platz für Bücher darin. Der einzige Nachteil ist aber, dass sich niemand darum zu kümmern scheint. Manche Bücher sind wirklich schlecht behandelt worden, aufgrund ihres Alters nicht mehr gut oder durch Wind und Wetter gezeichnet.
Wie immer gab es viele Bücher, die augenscheinlich einfach niemand mehr haben will, aber auch das ein oder andere, was nicht uninteressant ist.







Natürlich habe ich nicht nur hingeschleppt, sondern auch was mitgenommen



(Pflanze: Dracaena marginata - Gerandeter Drachenbaum)


Buchinfo
Ein Buch über die Liebe, den Tod und das Vergessen!

Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Großmutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen – bewegend, herrlich komisch und klug.

Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln.

Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter.

Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. 

Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den schrecklichen Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und was wollte sie Iris noch sagen?

Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon. (Quelle: Amazon)

Buchinfo
Lilly Lindner ist sechs, als der Nachbar beginnt, sie regelmäßig zu vergewaltigen. Er droht ihr mit dem Schlimmsten, falls sie etwas ihren Eltern erzählen sollte. Und so schweigt das kleine Mädchen. Schließlich zieht der Mann weg – doch Lillys Leben ist längst aus dem Lot. Mit 13 Jahren fängt sie an zu hungern – damit von ihrem geschundenen Körper möglichst wenig übrig bleibt. Doch die Schande macht sie damit nicht ungeschehen. Und so beschließt Lilly als junge Frau, ihren Körper, der ihr schon lange nicht mehr gehört, in einem Edel- Bordell zu verkaufen. Und ausgerechnet hier beginnt sie, ihre ungeheuerliche Geschichte aufzuschreiben – und verfasst ein beeindruckendes, provozierendes Buch von großer Sprachgewalt. (Quelle: Lesejury)

Klappentext
Dieses Lexikon beschreibt über 3.000 Pflanzen, darunter mehr als 500 Heil- und Nutzpflanzen, deren Aussehen, Wirkung und Bedutung präzise dargestellt werden. Zahlreiche Querverweise und über 200 Abbildungen machen den Band zu einem unentbehrlichen Ratgeber für jeden, der sich mit unseren einheimischen, aber auch mit exotischen Heil- und Nutzpflanzen beschäftigen will.

Buchinfo
“Flügel und Wurzeln” ist aus dem Wunsch heraus entstanden, beim Leser Verständnis für teilleistungs- und verhaltensauffällige Kinder zu wecken und Wege aufzuzeigen, die Hintergründe solcher Störungen zu begreifen und deren Auswirkungen frühzeitig zu kompensieren. Die Autorin gibt einen Überblick über die Sinnessysteme des Menschen und geht auf persistierende Restreaktionen frühkindlicher Reflexe ein. Sie beschreibt Möglichkeiten und Erfahrungen aus der Arbeit mit Bewegungsprogrammen zur Integration von Restreaktionen frühkindlicher Reflexe. In eigens hervorgehobenen Ratschlägen für Elternhaus, Kindergarten und Schule wird aus Sicht einer Pädagogin darauf hingewiesen wie Teilleistungsstörungen vorgebeugt werden kann und wie sie ausgeglichen werden können. Ein Buch, das angesichts der immer schneller anwachsenden Zahl “auffälliger” Kinder auf die pragmatischen Möglichkeiten eines Staatlichen Schulamtes hinweist. Angesichts der politischen Folgerungen aus der Pisa-Studie ist es als Plädoyer für eine gedeihliche Kindheit in Elternhaus, Kindergarten und Schule zu verstehen. Es geht darum, die kindlichen “Wurzeln” wachsen und gedeihen zu lassen und auf diese Weise den Kindern “Flügel” zu geben, mit denen sie sich gesund und erfolgreich den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft stellen können. (Quelle: Amazon)


Warst du schon an einem offenen Bücherschrank oder Tauschregal - oder ist das nichts für dich?

Kommentare:

  1. Hallo Franzy,
    ich gehe oft zum offenen Bücherschrank. Wir haben einen in dem ort, wo ich arbeite und der auch gewartet wird. Dort bin ich regelmäßig ;)
    Dann gibt es auch einen bei uns im Ort, der ist aber bei einem Biobauer im Hof versteckt. Da komme ich nicht so oft hin und parken ist auch eher schlecht. Die Idee ist aber cool =)
    Und dann gibt es einen im nachbarort, wo ich die Bücherei besuche. den habe ich schon lange nicht mehr besucht, da die letzten Male nur mehr ganz alte Bücher drinnen waren. Aber ich bin sehr froh, dass es diese Bücherschränke jetzt auch bei uns gibt und sogar rund um meinen Wohnort.
    Liebe Grüße
    Martina

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  2. Hallo Franzy,
    die Idee des offenen Bücherschranks finde ich großartig. Leider sind die in unsere Umgebung auch nicht unter Betreuung, so dass sich dort überwiegend Altpapier (ja, ich finde, man darf das ruhig so nennen) findet. Also abgegrabbelte Konsaliks, völlig zerlesene alte Kinderbücher aus der Zeit meiner Eltern oder veraltete Ratgeber. Anfangs habe ich noch gute, aktuelle, wie neue Bücher hin gebracht, weil ich dachte, dass man so andere Leder*innen auch motivieren würde, den Schrank etwas besser zu pflegen. Aber das war eine Fehlannahme. Jetzt gehe ich nur noch selten hin und bringe auch nicht mehr die allerneusten Bücher dorthin.
    Viele Grüße
    Yvonne

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